Hochschuldidaktik als die Wissenschaft und Lehren vom Lehren und Lernen beschäftigt sich mit Fragen, die dem Lehralltag entstammen und in Forschungssettings untersucht werden. Von daher lebt die Hochschuldidaktik immer von der Verzahnung von Theorie und Praxis. Erkenntnisse aus Lernpsychologie, Hirnforschung und anderen Disziplinen geben Aufschluß, wie Lernen unterstützt werden und gelingen kann.

„Von der Belehrungs- zur Lernkultur. Von der Belehrungs- zur Befähigungskultur."

 

Wenn etwas gelehrt wurde, heißt das nicht unbedingt, dass es auch gelernt wurde.

 

Die Hochschullehre sollte den Blick auf das Lernen – Lernziele – richten und sich an verschiedenen Prinzipien orientieren. Dabei ist klar, dass das folgende Leitbild eine Vision ist, die in der Umsetzung begleitet werden muss und in Organisationen enorme Widerstände auslösen kann.

 

Didaktisches Leitbild

In diesem didaktischen Leitbild beschreibe ich Prinzipien einer Lernkultur, wie ich sie verstehe: Ziel der problem- und kompetenzorientierten Lehre ist das zeitgemäße Denken und Verhalten der Lernenden durch vernetztes,  systemisches und konzeptionelles Denken sowie interdisziplinäres Handeln.

Durch einen humanistischen Ansatz der Lehre kann die Persönlichkeitsentwicklung sowie die Selbstlernkompetenz der Lernenden ermöglicht, begleitet und gefördert werden. Insofern werden in Lehre und Studium wichtige Schlüsselkompetenzen wie Reflexions-kompetenz, Fach-, Sozial-, Selbst- und Methodenkompetenz vor allem integrativ für Studium und Beruf gefördert.

Didaktische Prinzipien

Die Qualität der Lehre steht für zielorientierte Lehre, Praxisorientierung, Anknüpfung und Transfer, Aktualität, Interdisziplinarität, kognitive Vielfalt, Transparenz sowie anspruchsvolle und handlungsorientierte Lehre.

Effiziente Lehre bedeutet dabei Reduktion, Vielfalt, Resultate sowie Evaluation. Diese wird mit attraktiver Lehre gekoppelt, die durch das entsprechende Lernklima, interaktive Lehre, Offenheit, Partnerschaft und Empathie entsteht.

 

Umsetzung

Diese didaktischen Prinzipien beeinflussen unter den gegebenen Rahmenbedingungen alle Phasen des Lehr- und Lernprozesses und setzen wesentliche Kompetenzen bei den Lehrenden selbst voraus. Sie sind nicht mehr nur Wissensvermittler, sondern auch LernCoaches.  Ein LernCoach hat System-, Strategie- sowie Rollenkompetenzen, um den Anforderungen, die sich aus der Lernkultur ergeben, als Coach agieren zu können - zum Beispiel wenn es um den Umgang mit Lernwiderstand geht. Um die oben dargestellten didaktischen Prinzipien umzusetzen, bedarf es weiterhin Methodenkompetenzen wie zum Beispiel aktivierende und handlungsorientierte Konzepte.

Handlungsorientierte Methoden

Das didaktische Leitbild mit seiner kompetenzorientierten Zielsetzung stellt den Frontalunterricht zugunsten eines problem- und lernerorientierten Lehrens in den Hintergrund. Folgende Methoden kommen dabei zum Einsatz: Projektarbeit, Fallstudien, Exkursionen, situiertes Lernen, problemorientiertes Lernen, Lernteamcoaching sowie alle Aufgaben, die in selbständiger Einzel- oder Teamarbeit bearbeitet werden. Im Rahmen dieser Arbeiten befassen sich Lernende mit einem speziellen Thema und werden dabei vom Lehrenden unterstützt. Das Ausmaß der Betreuung wird auf die Lernziele und die individuelle Leistung abgestimmt. Während dieser Phase wird gleichzeitig großer Wert auf die Handlungs-, Methoden- und Reflexionskompetenz gelegt.