Hochschulcoaching - Beratung, Supervision, Coaching, Mentoring?

Immer häufiger werden neben hochschuldidaktischen Veranstaltungen auch Beratung und Coachings in der Hochschuldidaktik angeboten und nachgefragt. Sie können spezifischer auf individuelle Anliegen eingehen und sind im zeitlichen und organisatorischen Rahmen flexibler gestaltbar.

Ich verstehe Beratung eher als (didaktische) Fachberatung und Coaching eher als Prozessbegleitung. Wobei sich beides im Coachingprozess häufig miteinander verbindet.

 

Gerne begleite ich Sie bei Ihren Fragen und Anliegen, die sich vielleicht so oder anders anhören:


  • "Wie finde ich meine Rolle als Lehrender und Fachbereichsmitglied?"

  •  "Wie finde ich mich in die Organisationskultur "Hochschule" ein und wo positioniere ich mich?"

  •  "Wie bekomme ich gute Lehre, Selbstverwaltung, Forschung und eigene Interessen unter einen Hut?"


  • "Ich brauche methodisch-didaktische Anregungen und möchte meine Lehre überdenken und aktivierender gestalten!"

  • "Ich brauche Beratung zur Konzeption einer Lehrveranstaltung!"

  • "Ich brauche ein externes Feedback und möchte eine Lehrhospitation!"

Das Coaching findet entweder in Hohenlimburg oder bei Ihnen statt. Ich habe auch gute Erfahrungen mit Telefoncoaching und Emailberatung gemacht. Nach einer Phase des Kennenlernens und Arbeitens kann es manchmal hilfreich sein, Konzepte und spezifische Fragen auf diesem Wege zu besprechen.

 

Auf welchem Wege wir zusammenarbeiten, entscheiden wir zu Beginn des Coachings.

 

Ich bin Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Online-Beratung, Lehrcoach (DVNLP) und u.a. Coach im Coachpool der Ruhruniversität Bochum und im Forum Hochschulcoaching. Wenn Sie an einer Fachhochschule in NRW lehren, können Sie sich bei www.hdw-nrw.de über die Möglichkeiten eines Coachings erkundigen.

 

Beratung, Coaching, Mentoring

Die Diskussion über die genaue Definition und Abgrenzung der Begriffe wird nun auch verstärkt an Hochschulen und in der Hochschuldidaktik diskutiert. Sicherlich lässt sich die Diskussion einerseits von der Herkunft der Ansätze (Sozialarbeit versus Wirtschaft) und auch von den Schwerpunkten (Fachberatung versus Prozessbegleitung, bzw. Problem- versus Zielorientierung) verstehen. Andererseits lösen die Begriffe "Beratung, Supervision, Coaching" je nach Fachdisziplin unterschiedliche Assoziationen (und Ängste) aus und haben verschiedene Akzeptanz.

 

So lässt sich vielleicht erklären, weshalb vieles heute Coaching heißt und dann zumeist mit Beratungs-, Supervisionskompetenz sowie Fachwissen verbunden ist. Ich verstehe die unterschiedlichen Formate so

 

  • Beratung
  • Coaching
  • Lehrbegleitende Beratung
  • Neuberufenencoaching
  • Mentoring
  • Kollegiale Beratung

Fachberatung zu didaktischen und methodischen Fragen (zumeist) der Lehre. (Dieses Angebot wird an manchen Hochschulen Coaching oder Lehrcoaching genannt.)


Anliegen und Ziele, die vor allem mit der eigenen Rolle, Konflikte, Kommunikation, Selbstmanagement und Führung zu tun haben können. Durch Prozessbegleitung und Handlungsorientierung wird eine größere Klarheit und Professionalität angestrebt.


Vorgespräch, Hospitation und Nachgespräch mit Feedback. (wird derzeit an manchen Hochschulen bereits als Coaching bezeichnet.)


Begleitung eines/einer neuberufenen Professors/Professorin während eines bis vier Semestern. Anliegen können sowohl die Lehre als auch alle Fragen zum Einstieg ins System Hochschule betreffen.


Kollegiale Begleitung und Beratung durch einen erfahrenen Lehrenden/Kollegen. Der Mentor/die Mentorin sollte nicht Eignungsprüfer/in sein. Mentor und Mentee entscheiden, wann und wie oft sie sich treffen.


Lehrende treffen sich regelmäßig, um über Fragen der Lehre und anderen Anliegen nach einer vorgegebenen und eingeübten Struktur zu arbeiten. Ein Teilnehmer fungiert dabei als Moderator. Häufig wird ein externer Moderator für die Anfangsphase hinzugezogen.

Die Auswertung von 12 Jahren Hochschulcoaching für Fachhochschullehrende bei hdw-nrw haben spezifische Anliegen erkennen lassen, die im Laufe einer Professor/innenbiografie auftauchen können.  Während es im "Feld Lehre" oft zunächst um Fragen der Lehrorganisation und Wissensvermittlung geht und erst später komplexere didaktische Fragen und Projekte Thema werden (Ausnahme können Neuberufene sein, die von Universitäten kommen und ein hochschuldidaktisches Zertifikat haben). Zeitgleich stellen sich mit Beginn der Tätigkeiten Fragen zur Orientierung und Verrottung im "Feld Hochschule", das später Anliegen zu Fragen der Mitgestaltung und Führung aufwirft.

Auf der Tagung "Coaching und Me(hr) 2014 auf Sylt wurde für die Universitäten ein weiteres Feld diskutiert. Das "Feld Forschung" würde dann Anliegen beinhalten, die von ersten Fragen zu Forschungsdesign, Antragstellung bis hin zu Führung von Forschungsprojekten reichen.

Die drei Felder haben also zunächst eine eher individuelle, wissensbezogenen Perspektive und öffnen sich in Richtung systemischer und strukturbildender Perspektivenübernahme.

CoachinganliegenSylt.001

Literatur

Schumacher, E.: Coaching- und Beratungsanliegen von Hochschullehrenden.  In: OSC Organisationsberatung, Supervision, Coaching. Themenschwerpunkt: Coaching in Hochschule und Wissenschaft. Band 19, Heft 1, März 2012, S. 7-19
Brinker, T.; Schumacher, E.: Fachhochschullehrende beraten und coachen. In: Handbuch Hochschullehre, J 1.10, Stuttgart 2011

 

Coaching, Beratung, Supervison zwischen Fach- und Prozessfokus

Die beschriebenen Konzepte haben therapeutische, psychologische und sozialpädagogische Hintergründe und sind vor allem in der Führung,  Personalentwicklung und im Sport etabliert. Die Hochschulen greifen die Konzepte und Begriffe auf, um für die verschiedenen Zielgruppe individuelle Angebote zu formulieren. So gibt es für Studierende u.a. Studierendencoaching, Lerncoaching, Mentoring (mit höheren Semestern, was dann Tutorien gleich kommt oder mit Lehrenden, die aber oft auch Prüfer/innen sind und so die ursprünglich Idee konterkariert wird). Für Führungs- und Verwaltungskräfte gibt es Coaching und Beratung sowie Unterstützung bei Changeprozessen im Rahmen von Organisationsentwicklung. Für Lehrende gibt es u.a. Beratung, Coaching, Mentoring, die dann unterschiedliche Schwerpunkte im Rahmen der oben dargestellten Felder (Lehre/Hochschule/Forschung) beinhalten können.

Die untere Grafik soll darstellen, welches Format bei welchen Fragen sinnvoll ist. Die größte Herausforderung an Hochschulen scheint die passende Balance zwischen Fach- und Prozessfokus zu sein. So wird etwa für die Beratung und das Coaching im Bereich der Lehre immer, neben der individuellen Prozessbegleitung, was beispielsweise das eigene Selbstverständnis angeht, hochschuldidaktisches Expertenwissen notwendig sein.

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